Dienstag, 24. April 2007

Vom Lachs zum Baum

Beim Durchblättern verschiedener Zeitungen bin ich auf einen Artikel über den Lachsfang in Alaska gestossen (Migros-Magazin 17 vom 23. April 2007, Seite 71). Clifford Phillips, ein 87 Jahre alter Seemann, versichtert darin: „Wir fischen rücksichtsvoll, deshalb wird es in Alaska noch lange Lachse geben.“ Nun, was hat dies mit Nachhaltigkeit zu tun? Klar, wir werden bis in alle Nachhaltigkeit Lachstoast essen können… Aber nein, das ist nicht der springende Punkt. Der Lachs hat nämlich etwas mit den Bäumen zu tun.
Wildlachse legen Tausende Meilen im Pazifik zurück, um ihre Laichplätze in den Flüssen aufzusuchen. Von der bereits hinter ihnen liegenden Reise sind die Tiere erschöpft und deshalb leichte Beute für die Braunbären, denen sie wiederum als Nahrung dienen. Haben die Braunbären die Fische gefangen, ziehen sie sich zurück um sie zu verspeisen. Nach der Beendigung ihres Mahls lassen die Bären die Fischreste auf dem Boden liegen. Die Reste sind nicht etwa lästiger, stinkender Abfall, sondern der beste Dünger für die Bäume, welche dort wachsen. Kaum zu glauben, dass der kontrollierte Lachsfang in Alaska nicht nur auf die Erhaltung der Braunbären, sondern auch auf den Fortbestand der dortigen Wälder einwirkt!
Das so genannte MSC (Marine Stewardship Council) engagiert sich für bestandserhaltenden Fischfang und den Schutz der Fischgründe mittels schonender Fangtechnik, festgelegter Fangquoten und Schonzeiten. Das verliehene blaue MSC-Siegel entspricht den Richtlinien der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation. MSC hilft die Existenz von Berufsfischern und deren Familien zu sichern. Der Ökologie, der Ökonomie und dem Sozialwesen werden dabei aus meiner Sicht Rechnung getragen.

Der oben erwähnte Artikel aus dem Migros-Magazin stellt ein Beispiel für thematisierte Nachhaltigkeit in den Zeitungen dar. Im Bezug auf die Nachhaltigkeit in Südamerika habe ich in den Zeitungen der letzten Tage keine Informationen gefunden. Via Fernsehen habe ich mich nicht informiert, da wir keinen TV-Anschluss zuhause haben. Immerhin ein Stromfresser weniger… und das ist doch nachhaltig.

Ruth Frick, LG04D

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ich finde diese Zusammenhänge in unserer Welt einfach unglaublich! Dass das Skelett eines Lachses als Nährstoff für die Bäume dient, könnten wir auf den ersten Blick gar nicht erkennen. Dieser Artikel zeigt mir wieder einmal auf, wie wichtig es ist, dass wir nachhaltig leben!

nadine hat gesagt…

ich habe deinen Post sehr interessant gefunden, zumal ich nie einen Zusammenhang zwischen Fischskelette und Bäume vermutet hätte. Genau dies ist ein gutes Beispiel, wie gut unsere Natur organisiert ist und dass wir nur durch kleine Eingriffe so vieles durcheinanderbringen können, ohne überhaupt einen klitzekleinen Gedanken darüber zu verschwenden. Wieso auch? Mir geht es ja gut und was geht mich die Natur und all das an? So oder ähnlich denken viele und ich muss sagen, dass auch ich und alle anderen zwar unbewusst, aber genau so handeln!!!
Bestes Beispiel: Ich werde zwar trotz meinem Wissen über diese Thematik weiter Lachsbrötchen essen und kein schlechtes Gewissen dabei haben.