Dienstag, 19. Juni 2007

Letzte Rückmeldung

Liebe Gruppe
Nach Nachfrage habe ich Ihre Protokolle akzeptiert und ich werde veranlassen, dass Ihnen die entsprechenden ECTS-Punkte gutgeschrieben werden.
Ich wünsche Ihnen noch einen erfolgreichen Abschluss Ihres Studiums und hoffe, dass das Thema Nachhaltigkeit Sie weiterhin begleiten wird.
C. Stucky

Mittwoch, 13. Juni 2007

Markenkleider in der Schule

Betroffenheit:
In unserer Primarschulzeit gab es schon vereinzelt Kinder mit Markenkleidern. Heute könnten wir beobachten, dass die Tendenz Markenkleider zu tragen steigt. Diesen gesellschaftlichen Wandel beobachten wir mit Sorge. Damit geschieht gleichzeitig ein Wertewandel zur Oberflächlichkeit und materialistischem Denken. Als künftige Lehrerinnen werden wir mit diesem Thema und daraus resultierenden Mobbingsituationen konfrontiert werden.

Auf der anderen Seite müssen wir zugeben, dass auch wir nicht nur „No-Name-Kleider“ besitzen. Gerade im sportlichen Bereich greifen wir regelmässig zu Puma, Adidas oder Nike. Das Bedürfnis mit der Mode mitzugehen, gleichzeitig aber nicht wie alle gekleidet zu sein, haben auch wir. Wer beispielsweise nur bei H&M einkauft, begegnet dem eigenen Pulli oft an anderen Personen.

Aktuelle Diskussionen zum Thema Wiedereinführung der Schuluniformen oder Kleiderregeln in Schulen beschäftigen sich mit dieser Problematik. Von Lehrpersonen wird erwartet zu diesen Themen eine eigene Meinung zu haben und sich aussagekräftige Argument zurechtzulegen.

Analyse der Bedürfnisse:
Gründe warum Kinder, Jugendliche und Erwachsene Markenkleider tragen:

- cool sein
- einer Norm entsprechen
- Zugehörigkeit zu einer Gruppe zeigen
- Stars und Idole nachahmen
- sich modisch kleiden
- Qualität und Kleiderschnitt werden geschätzt
- Wohlstand zeigen
- Bequemlichkeit à gute Bedienung in Markenboutiquen


Analyse der Handlungsbedingungen
- Markenkleider werden produziert und verkauft.
- Die persönlichen finanziellen Verhältnisse erlauben den Kauf von Markenkleidern
- Der Druck der Peers (Gleichaltrige) Markenkleider zu tragen ist sehr gross. Dies kann bewirken, dass Kinder ihre Eltern unter Druck setzten bis diese schliesslich nachgeben.
- Einstellung der Eltern über die Kleider der Kinder ihren Wohlstand zu zeigen
- Stars und Idole wirken als Vorbild und tragen Markenkleider. Dies löst das Bedürfnis aus, dem Idol nachzueifern.
- Durch den Einfluss der Werbung wird der Kauf von Markenkleidern forciert.

Unterrichtsumsetzung

Einheit 1
Kleider früher und heute
Vergleiche anstellen von Kleidern früher und heute in Form von Bildern, Texten und einer kleinen „Modenschau durch die Zeiten“ (Teilbereich Zeiten)

Einheit 2
Rohstoffe
Früher und heute
Rohstoffarten (Baumwolle, Seide, Wolle, Polyester, Acryl, Elasthane usw.) --> die Kinder erarbeiten in Gruppen verschiedene Themen und stellen sie der Klasse vor.
(Teilbereich Zeiten, Natur und Technik)

Einheit 3
Rohstoffe und Made in…
Kinder schauen als Hausaufgabe mind. 10 Etiketten von Kleidungsstücken an (welche Rohstoffe wurden verwendet, wo wurden die Kleider produziert, welche Marke?) -->Gemeinsam wird eine kleine Statistik erstellt
(Teilbereiche Natur und Technik, Räume)

Einheit 4
Produktion
Exkursion in Textilfirma
Produktion in den führenden Ländern unserer selbst erstellten Statistik à Internetrecherche, --> kleines Dossier im Word erstellen
(Teilbereiche Technik, Räume)

Einheit 5
Kinderarbeit und Fair Trade
Kinderarbeit à eigenen Tagesablauf erstellen und ihn mit dem Tagesablauf eines arbeitenden Kindes vergleichen, in der Gruppe über die Unterschiede sprechen, welche Marken dulden Kinderarbeit?

Verschiedene Labels kennen lernen --> Arbeitsblätter bzw. Werkstatt, Leute auf der Strasse über Labels befragen
(Teilbereiche I&G)

Einheit 6
Werte und Gruppendruck
Diskussion zum Thema Markenkleider à anhand von Leitfragen
--> Für und Wider, das aus der Diskussion entstanden ist gemeinsam schriftlich festhalten
Teilbereiche (I&G, Religion)

Überprüfung des Umsetzungskonzepts

Fokus Kind

  • Kindgemässheit: Da wir das Thema für eine Mittelstufenklasse erarbeitet haben, ist es äusserst kindgemäss. In diesem Alter werden die Kinder oft mit dem Thema Markenkleider konfrontiert und geraten auch unter den Gruppenzwang. Ausserdem können die Kinder anhand von praktischen Beispielen (z.B. die Modenschau, Etikettenprüfung, etc.) dieses Thema erarbeiten.
  • Lebensnähe: Das Thema Markenkleider ist für uns alle lebensnah. Wir werden tagtäglich damit konfrontiert, auch die Kinder. Oftmals haben schon kleine Kinder Markenklamotten an; es ist ihnen jedoch noch nicht so bewusst. Doch je älter die Kinder werden, desto mehr werden sie auf die Kleider der anderen achten.
  • Gegenwartsbezug und Zukunftsbedeutung: Gerade in der heutigen Zeit spielen Markenklamotten eine grosse Rolle. Wer eine bestimmte Marke trägt, signalisiert eine Gruppenzugehörigkeit. Wir befürchten, dass die Bedeutung in Zukunft noch grösser werden wird.

Fokus Sache:

  • Sachgemässheit: Bei diesem Thema wird vor allem die Bereiche Räume und Zeiten, Technik und Individuum und Gemeinschaft angesprochen. Unserer Meinung nach hat dieses Thema eine grosse Bedeutung im MuU-Bereich, gerade auch in Bezug auf die Nachhaltigkeit.
  • Multiperspektivität: Das Thema kann aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden. Auf der einen Seite stehen wir als Konsumenten, auf der anderen Seite die Arbeiter, welche unsere Kleider produzieren. Dazwischen steht die Fabrik oder eben auch die Marke. Diese verfolgt natürlich auch klare Ziele.
  • Vernetzung: Auch der Aspekt der Vernetzung ist gegeben. Wenn wir als Konsumenten die Markenkleider nicht kaufen würden, dann würden die Firmen und Fabriken keinen Umsatz mehr machen und hätten auch keinen Grund, die Klamotten weiterzuproduzieren. Dadurch würde die Kinderarbeit zurückgehen, jedoch würden auch viele andere Leute ihren Arbeitsplatz und damit ihr Einkommen verlieren.
  • Wert- und Sinnorientierung: Als Lehrpersonen werden wir uns bei der Erarbeitung dieses Themas auf verschiedene Werte konzentrieren. Zum einen wäre da der Wert Gerechtigkeit (Kinder sollen nicht arbeiten müssen), aber auch die Wertschätzung (an den Produkten die wir kaufen, den Leuten, die sie herstellen).

Fokus Lernen:

  • Exemplarizität: Das Thema Markenkleider ist nur ein Beispiel für Kinderarbeit, fair produzierte Produkte oder ähnliches. So wird auf die verschiedenen Labels eingegangen, welche auch Lebensmittel, etc. anbieten. So gesehen sind die Kleider ein Beispiel für die Labels und deren Werte.
  • Problemorientierung / exploratives Lernen: Wir denken, dass das Thema ein reales Problem ist. Wie bereits erwähnt werden Kinder heute immer früher mit Markenkleidern und den daraus resultierenden Problemen konfrontiert. Es wird auch klar auf den Gruppendruck hingewiesen und erarbeitet, warum die Kinder so handeln. So gesehen wird ein Problem zwar vermutlich nicht gelöst, aber Strategien zur Minderung werden erarbeitet.
  • Handlungsorientierung: Die Kinder bekommen die Möglichkeit, selbst zu arbeiten, z.B. bei Computerrecherchen, dem Anschauen der Etiketten, etc. Sie führen auch selbst eine Modenschau durch.
  • Originale Begegnung: Natürlich kann man nicht in ein Land reisen, in welchem die Markenkleider hergestellt werden. Doch die originale Begegnung ist möglich, wenn die Kleider angeschaut werden, die Kinder Markenkleider mit Discountkleidern vergleichen, etc.
  • Prozess- und Erlebnisorientierung: Der Einstieg beginnt mit einem Flash durch die Geschichte der Kleider. Danach werden langsam die Grundlagen der Herstellung erarbeitet. Dann folgen verschiedene soziale Themen (Kinderarbeit, Lohn der Arbeiter, etc.). Ziel ist es, die Kinder für die Kleiderlabels zu sensibilisieren und ihnen auch zu zeigen, wie wenig Geld die Arbeiter bekommen, obwohl wir soviel für die Markenkleider bezahlen. So steht der Prozess der Kinder im Zentrum.

Fachliche Aufarbeitung Teil 1

Berichte aus den Medien zum Thema Schuluniform
Ab und zu hören wir in den Medien wieder einmal etwas zum Thema Markenkleider. So machte ich mich auf die Suche nach Artikel zu diesem Thema und stiess auf der Internetseite der Basler Zeitung auf einen interessanten Bericht, den ich nun kurz zusammengefasst schildere.
An der öffentlichen Weiterbildungsschulen Leonhard in Basel wurde ein Pilotversuch mit zwei Schulklassen zum Uniformen tragen durchgeführt. Es wurden aber nicht normale Uniformen, sondern Designerklamotten im Wert von 900 Franken pro Schüler oder Schülerin gewählt. Dieser Versuch goss wieder neues Öl ins Feuer und die Diskussion um Markenklamotten entbrannte erneut.


SOLLEN IN DER SCHWEIZ SCHULUNIFORMEN EINGEFÜHRT WERDEN?
Auf diese Diskussion gab es viele Reaktionen aus der Bevölkerung. Einige sind für Uniformen, andere wiederum dagegen. Im Folgenden Abschnitt zitiere ich drei Meinungen aus einem Forum.
http://www.baz.ch/forum/list.cfm?forum=637#ID68107

Meinung von Helvezia
„Wer einmal über einen Pausenhof schlendert, wird feststellen, dass wir bereits "uniformierte" Kinder haben. Die Mädchen "verkleiden" sich als kleine Britney Spears und die Jungs scheinen alle an einer schlimmen Fusskrankheit zu leiden, müssen sie doch dieses bollenartige Schuhwerk tragen, das aussieht wie eine orthopädische Korrekturmassnahme. Aus Kostengründen müssen diese armen Geschöpfe wohl auch die Hosen, irgendwelcher fettleibigen Verwandten auftragen, der Schritt hängt so tief, dass einige schwer in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt sind. die Eltern der weiblichen Schüler haben durchgehend kaputte Waschmaschinen Zuhause, kommen doch die Oberteile nach der Reinigung, alle 2 bis 3 Nummern zu klein und zu kurz aus der Maschine.“

Meinung von Prince of Basel
„Als überzeugter Individualist finde ich die Idee einer Uniform erschreckend. Ich muss zugeben, dass mit einer Vereinheitlichung viele soziale Drücke genommen werden können. Die Frage die sich stellt: Wie viel der Erziehung der Eltern muss der Staat/Schule noch übernehmen? Es kann nicht sein, dass Eltern, welche mit Ihren Kindern punkto Kleider usw. überfordert sind, die Verantwortung an den Staat/Schule weitergeben. Vielleicht sollten Eltern Ihre Beziehung zu Ihren Kindern überdenken, und dann über Kleidervorschriften nachdenken. Ich möchte, dass meine Kinder sich frei entfalten können und nicht von der Schule "gleichgestellt" werden.“

Meinung von Hampe
„Auch ich sehe die positiven Seiten der Schuluniform:
· einheitliches Bild
· der "Kleiderkonkurrenz-Kampf" wird vom Schulareal verbannt
· keine Diskussion mehr wegen zu freizügiger Bekleidung der Mädchen
· Sparpotential für die Eltern
· keine religiösen Diskussionen (es gibt keine Uniform mit Kopftuch)
· Unterschiede zw. arm und (möchte gern) reich ist nicht mehr ersichtlich
· Förderung eines sozialen Verhaltens
· Minderung des Schuldenproblems von Jugendlichen“

Der Versuch mit Schuluniformen in Basel ist im März 2007 für beendet erklärt worden. Die Uniform sei bei den Schülern sehr schlecht angekommen und jetzt dürfen sie wieder diejenigen Kleider tragen, die sie wollen. Der Grund seien aber nicht grundsätzlich die Uniformen gewesen, sondern der Stil der Uniform. Die Jugendlichen hätten lieber eine klassische Uniform gehabt.
http://www.nzz.ch/2007/02/18/il/articleEXMUR.html

Meinung zum Thema Schuluniform vom Dachverband Schweizer Lehrerinnen und Lehrer
http://www.lch.ch/docs/stellungnahmen/051210_Schuluniformen_LCH.pdf

Der LCH ist gegen Schuluniformen, da diese Uniformen ihre Wurzeln in widersprüchlichen Kulturen haben. Uniformen kämen oft in absolutistischen und militarisierten Gesellschaften vor und seien auch ein Motiv vieler Privatschulen, sich abzugrenzen. All diese Motive passen schlecht in ein modernes öffentliches und demokratisches Bildungswesen
Aus erzieherischer Sicht hätten Schuluniformen eine zwiespältige Angelegenheit. Auf der einen Seite vermitteln Uniformen ein Zugehörigkeitsgefühl und haben eine disziplinierende Wirkung. Auf der anderen Seite hätten Uniformen einen Dressur-Ansatz. Denn wo sollen die Kinder mit sozialer Ungleichheit konfrontiert werden, wenn nicht in der Schule? Der LCH ist also sehr skeptisch gegenüber Schuluniformen an Schweizer Schulen. Solange die Vorteile der Uniformen (Leistungs- und Motivationssteigerung, Verminderung von Disziplinproblemen usw.) nicht wissenschaftlich bewiesen sind, plädiert der LCH: Das Geld soll in die Pädagogik und nicht in die Garderobe gesteckt werden.

Zusammenfassende Ergebnisse der Debatte über einheitliche Schulbekleidung in Deutschland
http://66.102.9.104/search?q=cache:AJg7XpfZOUJ:www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Migration/Publikationen/Forschung/WorkingPapers/wp7-einheitliche-schulkleidung,templateId%3Draw,property%3DpublicationFile.pdf/wp7-einheitliche-schulkleidung.pdf+Versuch+Schuluniformen+in+Deutschland&hl=de&ct=clnk&cd=6&gl=ch&client=firefox-a

Vorteile einer einheitlichen Schulkleidung:
· Beseitigung von sozialen Unterschieden
· Verringerung der sozialen Ausgrenzung
· Dämpfung des übertriebenen „Markenbewusstseins“
· Stärkung der Identifizierung mit der Schule
· Positiver Effekt auf das „Wir-Gefühl“ der Schüler

Nachteile einer einheitlichen Schulkleidung:
· Gefahr von Gleichmacherei
· Nichtberücksichtigung der Individualität der Schüler
· Nichtberücksichtigung der Problematik von Uniformen
· Aufgrund von fehlender Tradition von Schuluniformen Schwierigkeiten bei der Einführung
· Eingriff in die Rechte von Schülern und Eltern
· Unterlaufen der Bekleidungserlasse durch Accessoires (Handys, Uhren, Schuhe)
· Bekleidungsregeln widersprechen der Erziehung von Kindern und Jugendlichen zu mündigen Bürgern
· Geringe Akzeptanz bei den Schülerinnen und Schülern


Quellenangaben:

http://www.baz.ch/forum/list.cfm?forum=637#ID68107

http://www.lch.ch/docs/stellungnahmen/051210_Schuluniformen_LCH.pdf

http://www.nzz.ch/2007/02/18/il/articleEXMUR.html

http://66.102.9.104/search?q=cache:AJg7XpfZOUJ:www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Migration/Publikationen/Forschung/WorkingPapers/wp7-einheitliche-schulkleidung,templateId%3Draw,property%3DpublicationFile.pdf/wp7-einheitliche-schulkleidung.pdf+Versuch+Schuluniformen+in+Deutschland&hl=de&ct=clnk&cd=6&gl=ch&client=firefox-a

Fachliche Aufarbeitung - Teil 2

Um die Missstände in der Produktion von Markenkleidern zu beseitigen, wird nicht vorgeschlagen, keine Markenkleider mehr käuflich zu erwerben, sondern als Konsument bzw. Konsumentin Druck auf grosse Markenfirmen auszuüben, damit diese gezwungen werden, die Arbeitsbedingungen, Löhne etc. ihrer Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen zu verbessern. Die „Clean Clothes Campaign“ setzt sich besonders dafür ein.

CCC
Die «Clean Clothes Campaign – für gerecht produzierte Kleider» will mit Unterstützung von Konsumentinnen und Konsumenten den Druck auf die grossen Markenfirmen und Grossverteiler erhöhen. Dank den über 70'000 Postkarten und Petitionen, welche in den fünf ersten Kampagnenjahren an 15 Firmen gesandt wurden, konnte einiges bewegt werden. In Verhandlungen mit den Konzernleitungen stellen wir fest, dass die Sozialstandards zunehmend ein wichtiges Thema sind. Damit den Worten auch Taten folgen, braucht es weiterhin den Druck der Öffentlichkeit.

Fairer Handel in der Schweiz
Mit ihrem Kaufentscheid beeinflussen die Konsumierenden das gesamte Wirtschaftsgefüge. Um diesen Einfluss zu nutzen, fördert die Erklärung von Bern (EvB) seit ihren Anfängen den fairen Handel. Dank dem erhalten weltweit Hunderttausende eine existenzsichernde Beschäftigung und würdige Arbeitsbedingungen. Dort wo der faire Handel keine Alternative bildet, müssen sich die Konsumierenden zusammenschliessen, um die Grundrechte und den Umweltschutz einzufordern. Durch gemeinsame Aktionen in der Öffentlichkeit kann auch das Verhalten grosser Konzerne beeinflusst werden.

Marktanalyse 2004
Die Bekleidungsindustrie kalkuliert gnadenlos. Der Trend Richtung Sozialdumping und Umweltverschmutzung hält an. Produziert wird unter unhaltbaren Arbeitsbedingungen. Trotzdem gibt es Unterschiede zwischen den Modeunternehmen. Einzelne Firmen haben begonnen, sich ernsthaft um Verbesserungen zu bemühen. Die Marktanalyse von EvB und SKS erhellt die Dunklen Seiten der Modebranche. Damit sollen die Konsumentinnen und Konsumenten unterscheiden können zwischen echtem Engagement und plumpen PR-Übungen. Einen Hoffnungsschimmer bilden derzeit erst die Anbieter von biologischer Baumwolle.
Der überwiegende Teil der Kleider, die im Schweizer Markt verkauft werden, stammen aus Asien, Osteuropa oder Afrika. Wer dort die Kleiderfabriken besucht, stellt Erschreckendes fest: Hungerlöhne, Zwangsüberstunden, Repression und Gewerkschaftsverbote. Seit 15 Jahren werden die Arbeitsbedingungen von der Clean Clothes Campaign (CCC) dokumentiert. Die Bekleidungsindustrie schafft Arbeitsplätze und bringt Devisen in ärmere Länder. Die Resultate sind seit 15 Jahren alarmierend. Der Weltmarkt erzeugt Einkaufspreise, die weder den effektiven Aufwand noch die realen Kosten abgelten:

Unbezahlter Aufwand
· Überstunden werden oft erzwungen, aber nicht zusätzlich entschädigt.
· Bei hoher Auftragslage werden die Vorgaben in der Produktion willkürlich erhöht.

Ungedeckte Kosten
· Unter dem Akkordstress leidet die Gesundheit der Beschäftigten: werden sie krank verlieren sie oft ihre Stelle und für die Arztrechnung fehlt dann das Geld.
· Unter dem Akkordstress leidet die Gesundheit der Beschäftigten: werden sie krank verlieren sie oft ihre Stelle und für die Arztrechnung fehlt dann das Geld.

Die Resultate dieser Erhebung müssen daher immer im Kontext der Situation in den Produktionsländern gesehen werden. Wir können heute aber von keinem Anbieter sagen, unter welchen Bedingungen ihre Kleider konkret produziert wurden. Gefragt wurde nach dem öko-sozialen Engagement in der Modebranche: Was unternehmen die Firmen, um das Malaise zu überwinden?

Beispiel Adidas
Mit sieben Fällen von Ausbeutung führt Adidas die Liste der Skandalmarken an. Nike liegt mit geringem Abstand auf Platz zwei. Die zwei grössten Sportbekleidungsmarken strengen sich zwar an, die Arbeitsbedingungen zu verbessern, es reicht jedoch bei weitem nicht. Hungerlöhne für Näherinnen kommen immer noch vor. Diese mangelnde Fairness steht in eklatantem Widerspruch zur Omnipräsenz in Sportstadien und auf Rennpisten. Weil nur die Original-Trikots das echte Logo tragen, kaufen sie die Fans trotz hoher Preise. Dafür lässt sich der englische Fussballprofi David Beckham seine Wirkung als Werbeträger für Adidas vergolden, angeblich durch eine lebenslange Rente von total 161 Millionen US-Dollar (Adidas bestreitet diese Angabe). Trotz der gigantischen Sponsoring-Ausgaben steigerte Adidas 2003 seine Gewinne um knapp 14% auf 260 Millionen Euro. Dies, obwohl der Umsatz um knapp 4% auf 6,3 Milliarden Euro gesunken ist. Wie ihr Lokalrivale Puma, auch aus Herzogenaurach (D), erweiterte Adidas ihre Kollektion in den letzten Jahren um eine sportliche Nobel-Linie.
Der Geschäftsbericht 2003 von Adidas gleicht einem Hochglanzprospekt. Ergänzt werden die zahlreichen Sportlerporträts durch einige Finanzübersichten. 2002 und 2003 publizierte Adidas einen Sozial- und Umweltbericht, welcher sich an den Richtlinien der Global Reporting Initiative (GRI) orientiert. Das Hauptaugenmerk liegt bei sozialen und ethischen Belangen der Beschaffungskette. Es fehlen in den Berichten aber konkrete Resultate zu den Kontrollen sowie klare Zielvorgaben. Zu den Produktionsstandorten gibt Adidas folgende Übersicht: Produziert wird in Europa (inkl. Nordafrika, Portugal und die Türkei) zu 27%, in Asien (u. a. China, Indonesien, Japan, Korea, Malaysia, Philippinen, Taiwan, Thailand, Vietnam) zu 51% und in Amerika (u. a. Brasilien, Argentinien, Kanada, Mexiko, USA) zu 22%. Neben 9 eigenen Betrieben produzieren 615 Hauptlieferanten sowie die Unterlieferanten von 204 Agenturen und Lizenznehmern für Adidas.

Informationen über verschiedene Firmen: http://www.cleanclothes.ch/p5499.html

Schlussfolgerungen
Es zeigt sich, dass die öffentliche Meinung einen Einfluss hat auf das Verhalten der Modefirmen. Mehrere Firmenvertreter haben bestätigt, dass sie im Jahr 2004 zahlreiche Beschwerdebriefe von besorgten Konsumenten und Leserinnen erhalten hätten. Mit Wirkung: Die von uns schlecht bewerteten Firmen PKZ und Strellson zum Beispiel haben in der Zwischenzeit einen Kodex eingeführt und erstmals dazu informiert. Ein weiteres erfreuliches Resultat der Firmenumfrage war, dass alle 27 von uns angeschriebenen Firmen reagiert haben und Informationen einreichten.
Die Mehrheit der Firmen hat damit begonnen, sich mit verbindlichen Sozialstandards und unabhängigen Kontrollen um die Situation in den Fabriken zu kümmern. Uns vorgelegte Anpassungspläne belegen konkrete Verbesserungen, die sich aber teilweise nur auf bauliche Massnahmen wie Beleuchtung, Belüftung, Unterkünfte, Toiletten usw. beziehen. Insgesamt genügen die von den Firmen ergriffenen Massnahmen nicht, um eine Wende einzuläuten.
Noch stehen die Anstrengungen für bessere Arbeitsbedingungen in keinem Verhältnis zur Dynamik des Weltmarktes. Das Ende des so genannten Multifaserabkommens (ein Quotensystem unter der WTO) per 1. Januar 2005 löste einen neuen Liberalisierungsschub im Bekleidungsmarkt aus. Dies führt zu einer dramatischen Verlagerung von Zehntausenden von Arbeitsplätzen und heizt den ruinösen Standortwettbewerb an. Zudem wurde eine neue Tendenz festgestellt, die darin besteht, dass negative Geschäftspraktiken wie Kostenüberwälzung bei den Kontrollen und unlautere Zertifizierung vielerorts die Arbeitsverhältnisse belasten.
Biobaumwolle bringt Verbesserungen
Einen klar positiven Einfluss auf die Lebens- und Arbeitsbedingungen konnten jene Firmen (z.B. Coop, Helvetas, Hess Natur, Migros, Remei und Switcher) dokumentieren, die sich in Projekten für den Anbau und die Verarbeitung von Biobaumwolle engagieren. Sie sind sich auch der Probleme in den Fabriken bewusst, informieren die Kundschaft darüber und setzen sich für bessere Arbeitsbedingungen in den Fabriken ein. Kleider aus Biobaumwolle bilden daher eine echte Alternative. Das Verhalten der Bio-Anbieter ist gemäss dieser Studie der Lichtblick im Modemarkt.

Informationen: http://www.cleanclothes.ch/p5399.html

Montag, 4. Juni 2007

Bring- und Holaktion

1. Wie erging es Ihnen bei der Auswahl der mitgebrachten Gegenstände?

Den meisten von uns viel es relativ leicht, entberliche Gegenstände auszuwählen. Da der Mensch ein Sammler ist, häufen sich Accessoires, Souvenirs usw. in kürzester Zeit an. Daran können wir erkennen in welchem Luxus wir leben. Ohne Probleme finden wir 5 Gegenstände, die wir nicht einmal vermissen werden.

2. Nach welchen Kriterien wählten Sie Ihre Gegenstände aus?
  • brauche ich nicht mehr
  • keine wichtigen Erinnerungen sind mit dem Gegenstand verbunden
  • funktionstüchtig
  • könnte anderen gefallen
  • aus meiner Sicht nützlich/schön


3. Nahmen Sie sie schweren, leichten Herzens mit? Warum?

Unsere Gruppe nahm die Tauschgegenstände leichten Herzes mit, da für uns alle wichtig war, dass keine persönlich wertvollen Erinnerungen damit zusammenhängen. Da wir in unserem Luxus viele Dinge besitzen, die zwar nützlich und schön sind, aber nicht überlebensnotwendig, war es trotzdem möglich gute Gegenstände mitzubringen.


4. Was löste es bei Ihnen aus, durch die Räume zu gehen und eine grosse Anzahl Gegenstände, die eigentlich Ihren Kolleginnen und Kollegen gehörten, zur freien Mitnahme vorzufinden?

Im ersten Moment hat uns die Vielfalt beeindruckt, gleichzeitig hatten wir aber auch ein mulmiges Gefühl. Es war komisch, einfach Dinge mitnehmen zu können, ohne zu bezahlen oder zu fragen. Das hatte zur Folgen, dass wir beinahe ein schlechtes Gewissen hatten. Wir konnten auch beobachten, wie viele Gegenstände schnell in Taschen verschwanden, als ob man sich dafür schäme. Niemand wollte als "Hamster" dahstehen.


5. Vielleicht sind nicht alle Ihre Gegenstände an eine andere Person weitergegangen. Was empfinden Sie dabei?

Uns macht es nichts aus, dass einige Gegenstände liegen geblieben sind. Erstens ist es Geschmacksache und zweitens sind die Gegenstände ja auch für uns nicht mehr so wichtig. Oft fehlt der Platz für neue Dinge oder man hat sie bereits schon.


6. Habe ich mehr gebracht als genommen oder umgekehrt? Warum? (Es gibt für beides gute Gründe)

In unserer Gruppe ist dies ganz unterschiedlich ausgefallen. Von garnichts bis mehr als 4 Gegenstände ist alles vorgekommen. Die Gründe dafür waren vielfältig:

  • Platzmangel
  • nichts dem Geschmack entsprechendes gefunden

  • mein Geschmack
  • Einrichtung für neue Wohnung
  • vielleicht kann ich es ja mal brauchen
  • es kostet ja nichts


7. Wie könnte eine solche „Bring-und-Hol-Aktion“ in Ihrer Schulpraxis umgesetzt werden?

Es gibt die Möglichkeit eine Tauschaktion in der eigenen Klasse oder mit der ganzen Schule durchzuführen. Für diese Tauschaktionen müssen klare Regeln geltern z.B. dass nur gebrauchte Gegenstände mitgebracht werden dürfen. Zum Thema Geld könnte so eine Aktion auch mit Spielgeld durchgeführt werden. Allerdings ist dies mit einem anderen Hintergrund bzw. Zielsetzung verbunden.