Der VCS veröffentlicht Liste mit „umweltfreundlichsten Autos“
In der NZZ bin ich auf einen Artikel gestossen, der Bezug nimmt, auf die vom VCS veröffentlichte Liste mit den umweltfreundlichsten Autos. Diese Auto-Umweltliste 2007 umfasst 500 Fahrzeuge aller Marken und Klassen. Sie soll in der angeheizten Diskussion um Russpartikel und CO2 Ausstoss eine Orientierung beim Autokauf bieten. An der Spitze der Liste stehen zwei japanische Hybrid Autos, die wahlweise mit Elektromotor aber auch mit Benzin betrieben werden können. Gefolgte werden diese zwei Mittelklassautos von Kleinwagen wie dem Peugeot 107 1.0i und dem Citroën C1 1.0i.
Die Präsidentin des VCS kritisiert diese Liste an einer Medienkonferenz. Ihrer Meinung nach wird die Umweltfreundlichkeit rein auf den CO2 Ausstoss reduziert. Die NZZ argumentiert jedoch dagegen, da eine Vielzahl von Faktoren berücksichtigt worden seien. Wie zum Beispiel neben CO2 auch Partikel, NOx, HC und kanzerogene Stoffe. Ausserdem sei diese Liste vom Institut für Energie- und Umweltforschung in Heidelberg mit Fachleuten entwickelt worden und mehrfach überarbeitet und aktualisiert.
Auch Autos mit Bio-Treibstoffen sind mangels Tankstellen in einer separaten Liste aufgeführt. Der Verkehrsclub warnt jedoch davor „Bio“ mit „Öko“ gleichzusetzen. Entscheidend sei nämlich die Nachhaltigkeit, die etwa bei einer Unmenge von Wasser benötigenden Produktion von Bio-Treibstoffen im Ausland fragwürdig sei.
Mit dem Entschluss der EU den CO2 Ausstoss zu reduzieren, wurde ein erster Schritt Richtung Umweltbewusstsein unternommen. Die Autoindustrie wird damit gezwungen neue, sparsame Motoren zu entwickeln. Als wichtiger Wirtschaftszweig hat sie jedoch auch einen grossen Machteinfluss. Viele Arbeitsplätze hängen von der Autoindustrie ab und damit nicht zuletzt der Lebensstandart vieler Menschen. In Zukunft müssen neue Technologien und Innovationen in Richtung Umweltbewusstsein führen. Es wird sich also zeigen, ob die Autoindustrie zu ihrem reinen Profitdenken auch mehr zum Schutz der Umwelt beitragen wird. In meinen Augen ist ein erster Schritt schon getan: Die Sensibilisierung der Bevölkerung! …Und sei es durch Listen wie die „Auto-Umweltliste 2007“.
Auto-Umweltliste 2007: http://www.verkehrsclub.ch/content/cmscontent/105097_aul07d.pdf
J.Hauser
4 Kommentare:
Ich finde diese Liste toll und sinnvoll. Da gibt man dem Konsument einen Ansatzpunkt selber nachhaltig zu handeln. Klar, es gibt immer mehr und bessere Lösungen und es geht tatsächlich nicht nur um den CO2-Ausstoss. Irgendwo muss oder sollte man aber mal beginnen. Schiebt man die Verantwortung immer auf die anderen, die bessere Lösungen bringen sollen, dann geschieht noch lange nichts. Jeder kann irgendwo beginnen, und sei es ein Tropfen auf den heissen Stein.
Als zweites möchte ich aber einen wichtigen Punkt anfügen. „Öko“ und „Bio“ seien nicht immer nur gut, wie in dem Bericht steht. Das ist tatsächlich auch so! Es gibt mittlerweile Fahrzeuge mit so genannten Bio-Power-Aggregaten (brauchen Treibstoff aus biologischen Abfällen, sprich Kompost). Dieser wird für die grosse Nachfrage teilweise aus afrikanischem Mais, also einem Grundnahrungsmittel günstig hergestellt. Nachhaltig und ethisch vertretbar finde ich das nicht.
Mir gefällt die Idee einer Liste, wo man für sich heraussuchen kann, welches Auto das Gewissen (und nicht zuletzt der Geldbeutel) verträgt, gut. Ich habe aber eine Kuriosität gehört, wo es in Deutschland ebenfalls um die Erstellung einer solchen oder ähnlichen Liste ging. Anscheinend habe dort der Umweltverkehrs- minister die Liste so präpariert, dass plötzlich auch der Innenraum des Autos eine Rolle spielte. So sei es dann dazu gekommten, dass ein sparsamer Smart schlechter abgeschnitten habe, als ein Porsche Cayenne, weil dieser ja bekanntlich mehr Gewicht und auch Volumen durch die Strassen zu bewegen hat. Unglaublich? Aber ja! Doch wie du gesagt hast, die (deutsche) Automobilindustrie hat bei den Bemühungen um ein umwelt- verträgliches Fahrzeug wohl ein gewichtiges Wörtchen mitzureden und lässt sich nicht so einfach ausbooten. Schade eigentlich, denn man munkelt ja schon lange, dass die Autobauer alle innovativen Ideen aufkauft und sie anschliessend irgendwo im Archiv begräbt. Jetzt hätten sie ja Gelegenheit dazu, diese hervorzuholen.
Die Idee mit der Liste finde ich super, so kann jeder Konsument gleich sehen, welches Auto für die Umwelt weniger schädlich ist als vielleicht ein anderes. Klar ist so eine Liste nur ein kleiner Anfang, doch ich bin der Meinung, dass auch mit kleinen Schritten Grosses erreicht werden kann. Es kann zum Beispiel schon viel bewirken, wenn die Menschen auf das Thema sensibilisiert werden. Die Liste gibt einem einen Überblick und man kann ohne viel Aufwand die Vorteile der Autos anschauen. Im Fernsehen habe ich einen Bericht gesehen, bei dem Autos mit Rapsöl oder ähnlichem betrieben wurden. Dieses kann in der Natur angebaut werden, ich frage mich jedoch, wie hoch die Kosten-Nutzen Balance ist..
BMW begann 1978 mit der Erforschung von Wasserstoffmotoren. Im Jahre 2000 stellten sie an der Expo in Hannover als weltweit erster Hersteller ein 7er BMW mit 285Ps mit Wasserstoffantrieb vor.
Mittlerweile ist dieser Antrieb serienreif. Momentan gibt es nur noch zu wenig Tankstellen für diesen Antrieb.
Ich frage mich nur ob die Ölindustrie es zulässt, dass die Autos auf Wasserstoff umrüsten werden?
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