Wie aufgetragen versuchte ich während den letzten Tagen besondere Achtsamkeit walten zu lassen. Meine erste Aufmerksamkeit schenkte ich dabei einem Freund, der von einer Begebenheit, die sich erst kürzlich ereignete, erzählte. Der Freund, nennen wir ihn Heini, lebt mit seiner Familie ziemlich weit oben am Grabserberg. Letzthin fuhr bei der Familie ein Auto mit der grossen Aufschrift IP-Suisse vor. Der Mann, der ausstieg, bot Heini IP-Suisse Äpfel an, und zwar zu einem, so könnte man denken, überrissenen Preis pro Kilo. Heini hatte, obwohl von lauter Bauern in der Nachbarschaft umgeben, keine Ahnung von den Obstpreisen und kaufte für seine Familie fünf Kilo Äpfel. Als er dies am nächsten Tag einer Nachbarin erzählte, rechnete sie ihm vor, dass er für die Äpfel viel zu viel bezahlt habe. Nun, worauf ich hinaus will, ist: Lohnt es sich, teure IP-Suisse Äpfel, die in der ganzen Gegend per Auto herumtransportiert werden, zu kaufen? Nützt das der Umwelt etwas?
Weiter ist mir an der PHR etwas aufgefallen: Einige Dozenten brauchen für die aus meiner Sicht bestimmt sinnvollen didaktisch-methodischen Settings unheimlich viele Papierzettel, die während des Unterrichts von der Studierendenschaft beschriftet, anschliessend geordnet und an eine Tafel gehängt werden müssen. Meist sind es farbige oder ganz weisse A4-Hälften und ich frage mich, an welchen Ort diese nach der Veranstaltung wandern…
Aber nun will ich mich selbst nicht auslassen. Auf der Toilette habe ich mir Gedanken über meinen WC-Papier-Verbrauch gemacht. Es kommt vielleicht auf die Qualität des WC-Papiers an, aber ich schaffe es nicht, ein Blatt auf der Rück- und Vorderseite zu benutzen, tut mir wirklich Leid. Ansonsten müsste ich mich mehr duschen, was wiederum den Wasserverbrauch steigern würde…
Wieso schreibe ich mit solch einem ironischen Unterton? Weil ich, wenn ich zuviel über Nachhaltigkeit nachdenke, die Existenzberechtigung aller Menschen auf einmal in Frage stelle. Zerstöre ich durch meinen Lebensstil, ja mein Leben überhaupt, fortwährend Teile der Natur? Oder darf ich das Leben geniessen, ohne ständig an die Konsequenzen zu denken? Oder gibt es ein Mittelmass?
Ruth Frick, LG04D
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2 Kommentare:
Ich verstehe dich gut, auch ich stelle oft meine Existenzberechtigung in Frage. Aber der Alltag holt mich immer wieder ein und ich vergesse über meinen Pflichten achtsam zu sein.
Ich glaube, dass wir eine Bereichtigung haben ein glückliches Leben zu führen, unter der Voraussetzung, dass wir nicht rücksichtslos alles zusammenraffen was wir nur können. Wir müssen uns bewusst sein, dass wir kleine Opfer bringen müssen. Betonen wir kleine, denn auch wenn ich auf ein Auto verzichte, die exotischen "Kerosin"-Früchte im Laden links liegen lasse und für die Solarenergie etwas mehr bezahle, habe ich noch immer die Möglichkeit ein glückliches Leben zu führen.
Kay Zogg 04E
Ich finde deine Ausführungen sehr gut. Dein Beispiel mit den IP-Äpfeln finde ich sehr spannend, man fragt sich wirklich, wo man die Prioritäten setzen soll. Auch ich habe mir schon Gedanken über die Papierberge gemacht, die die PHR regelmässig produziert. Jedes Mal, wenn ich in meinem Zimmer das Regal mit den Ordnern ansehe, frage ich mich, welche Dokumente ich jemals wieder ansehen werde (ausser natürlich für die Diplomprüfungen) und welche ich genauso gut jetzt schon wegwerfen könnte oder gar nicht auszudrucken gebraucht hätte.
Deine Gedanken zum WC-Papier kann ich sehr gut nachvollziehen und bin der selben Meinung wie du :)
Manuela Reutegger, LG04D
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