Das muss einfach reichen
Nein ich lebe nicht nach den strengsten Regeln der Nachhaltigkeit und ich bin ganz ehrlich: Ich will es auch nicht!
Meine Bananen und mein Kaffee sind von Max Havelar, zur PH fahre ich jeden Morgen eine Stunde und dreissig Minuten mit ÖV, ich benutze nie Weichspüler oder den Tumbler, mein Velo benutze ich regelmässig, der kleine Fiat Panda kommt mit 6 Liter ganz gut zurecht, ich kaufe Produkte aus der Region, zuhause benutzen wir Recyclingklopapier, Autorennen finde ich absolut sinnlos und beim Einseifen unter der Dusche stelle ich das Wasser ab. Das muss ganz einfach reichen. Mehr Umweltschutz passt nicht in mein Leben.
Denn ich will in die Ferien fliegen, mir ab und zu eine Mango vom anderen Ende der Welt leisten, später die Töffprüfung machen, ein Handy besitzen, zu McDonalds gehen, modische Kleider tragen auch wenn sie nächstes Jahr wieder out sind, im Winter tagelang Skifahren (zur Not auch auf Kunstschnee), ein heisses Bad nehmen und mich bei 40°C im klimatisierten Kaufhaus erholen.
Nennt mich Egoistin oder von mir aus auch verwöhnte, reiche Liechtensteinerin. Mir doch egal. Ich denke einfach wirtschaftlich: Wenn wir nicht mehr in die Ferien fliegen, verlieren viele Menschen ihre Arbeitsplätze. Wenn wir keine Mangos kaufen, verdienen die Mangoleute gar nichts mehr. Geld, das beim Ski- oder Töfffahren, mit telefonieren oder bei McDonalds ausgegeben wird kommt unserer Wirtschaft zugute. Alles dumme Ausreden sagst du? Kann sein, aber dem Gewissen tut es unheimlich gut.
6 Kommentare:
Ich finde eigentlich nicht, dass du egoistisch denkst, im Gegenteil. Ich bin auch der Meinung man soll seinen ganzen Lebensstil nicht einfach über den Haufen werfen. Wie du bereits gesagt hast, würde das der Wirtschaft und den Arbeitern und Produzenten in den anderen Ländern gar nicht gut tun. Ich finde es aber super, dass du das Bewusstsein dafür hast, nachhaltiger zu leben, und dies durch alltägliche Dinge auch umsetzt. Wenn jeder von uns das alles schon so machen würde, wären wir bestimmt schon ein Stück weiter!
Ich finde, Maria, du denkst genau richtig. Ich finde, du trägst schon relativ viel zur Nachhaltigkeit bei, und ausserdem muss oder darf man sich die von dir erwähnten Dinge gönnen. Den Gedanken, dass die Wirtschaft ja auch davon profitiert, finde ich äusserst spannend. Wir überlegen uns dies nämlich gar nicht, wer alles profitiert wenn wir etwas kaufen (wobei wir wieder beim Thema Vernetzung wären...). Also, geniess deine Mangos und das Skifahren, egal ob Liechtensteinerin oder sonst was!
Ein sehr ehrlicher Blog! Du trägst vieles bei, kann aber auch ehrlich zugeben, dass du dir verschiedene Dinge ( teilweise auf Kosten der Umwelt) leisten möchtest. Ich finde dieses Statement super, denn wer in all diesen Blogs nur alles schön redet, ist doch einfach nicht ehrlich!
Auch ich finde, dass der Gedanke der Wirtschaft auch wichtig ist, nur denke ich, dass jeder, der beispielsweise mit deinen Mangos in Beziehung steht, ein menschenwürdiges Leben leben dürfen sollte und unsere Bemühungen darum kreisen sollten.
Anina Müller LG A 04
Ahh, wie erfrischend, deinen Post zu lesen! In diesem ganzen Sumpf von Idealisten und mit der Wolle-Bast-Jute-Fraktion im Rücken, getraut man sich ja bald nicht mehr, zu dem zu stehen, was und wer frau eigentlich ist!
Ein grosses Kompliment an deine Courage! Für das ehrliche Statement und den verbalen Ausdruck ist es klar: 12 ECTS-Points!
Mach weiter so und habe kein schlechtes Gewissen, wenn du dir auch mal was gönnst. Das machen nämlich alle so, nur bezweifle ich, ob auch alle deinen Mut und deine Ehrlichkeit haben, das auch zuzugeben.
Jacqueline Bühler 04B
Ich finde es toll, dass du dir deinem mehr oder weniger gewollten nachhaltigen Handeln so bewusst bist. Diese innere Motivation zu bestimmten nachhaltigen Handlungen kann Kinder und vielleicht auch andere Erwachsene anstecken!
Es hat gut getan, diesen Post zu lesen. Das Lesen anderer Seiten brachte eine gewisse Angst in mir auf: Muss ich nun an dieser Schule mit einem aufgeschlitzten Pneu am Auto rechnen?!? Da beruhigt es mich unheimlich, dass auch andere so ehrlich sind und zu dem stehen, was sie wirklich denken.
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